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Der
IGR hat nach der Konferenz seiner Mitgliedsgewerkschaften am 5.
Oktober 2000 in Luxemburg, in der es um Fragen des Verkehrs in der
Großregion Saar-Lor-Lux-Trier/Westpfalz ging, Bilanz gezogen.
Es wurde beschlossen, der Gemeinsamen Konferenz des IGR am 20. Dezember
2000 folgenden Antrag vorzulegen:
Die Gewerkschaften der
Großregion bekräftigen mit Nachdruck ihr Interesse an
einer energischen Weiterentwicklung der öffentlichen Verkehrsverbindungen
im grenzübergreifenden Raum.
Dabei müssen im
Wesentlichen folgende Voraussetzungen gegeben sein:
- Eine konsequente Arbeit,
damit die verschiedenen Verkehrsträger sich optimal ergänzen;
- Der ausdrückliche
Wille der politischen Verantwortlichen jeder Region, der Schiene
eine echte Priorität einzuräumen. Dies bedeutet Umsetzung
innovativer Konzepte (Weiterentwicklung Straßenbahn-Eisenbahn,
Eröffnung von Bahnhöfen in den Innenstädten, am
Stadtrand und in Einkaufs- und Gewerbegebieten...);
- Eine bessere Verzahnung
der Schienenpolitik zwischen den einzelnen Teilregionen;
- Eine kohärente
Tarifpolitik, die zwischen den drei Ländern zu koordinieren
ist und sich in wirklich attraktiven Nutzungsentgelten für
die Fahrgäste niederschlägt, aus welchen Gründen
auch immer sie ihre Fahrt unternehmen (Arbeitsweg, Freizeit, Privatreise);
- Das konsequente Streben
nach Umkehr des aktuellen Trends hin zur Straße. Derzeit
(1997) nutzen lediglich 2,5 % der Personen, die in der Großregion
die Grenze überqueren, um zum Arbeitsplatz zu gelangen, die
Schiene. Es bedarf also rascher Konsequenzen in Bezug auf:
- ein hochwertiges
Wagenmaterial,
- regelmäßige
Fahrpläne und -takte,
- die Geschwindigkeit,
die in manchen Netzen immer noch zu niedrig ist,
- die Einrichtung
kostenloser Parkplätze in Bahnhofsnähe,
- Eine echte Abstimmung
der nationalen und internationalen Netze insbesondere auf den
folgenden Strecken:
- Straßburg
- Luxemburg - Brüssel
- Lyon - Luxemburg
- Lüttich
- Paris - Straßburg
und Paris - Saarbrücken
- In diesem Zusammenhang
gilt es den TGV Ost schnellstmöglich zu bauen, wobei
bereits von Anfang an ein effizientes Nord-Süd-Schienenzubringerkonzept
mit zu planen ist.
Die Gewerkschaften der Großregion haben darüber hinaus
Fragen der Güterverkehrspolitik erörtert. Diese favorisiert
ebenfalls übermäßig die Straße gegenüber
der Schiene.
Das Güterverkehrsaufkommen
auf der Straße nimmt weiter zu und geht zu Lasten der Arbeitsbedingungen,
verschärft die Sättigungserscheinungen der Straße
sowie die Gefahren für Umwelt und Gesundheit. Die Situation
ist nicht mehr hinnehmbar.
Dieser sehr gefährlichen
Entwicklung muss dringend Einhalt geboten werden, in dem jeder unlautere
Wettbewerb zwischen Schiene und Straße verfolgt und die liberale
Ideologie, die derzeit in der Verkehrspolitik herrscht, bekämpft
werden.
- Dies ist vor allem
möglich durch:
den Bau neuer Eisenbahnstrecken,
- ein Bahnanbindungskonzept
für Einkaufs- und Gewerbegebiete,
- die Entwicklung von
kombiniertem Verkehr Schiene-Straße,
- die Umsetzung alternativer
Lösungen für kurze Strecken,
Die meisten dieser Maßnahmen
müssen von den politischen Verantwortungsträgern getragen
werden. Es muss Schluss sein mit der Bevorzugung der Straße
durch die regelmäßigen Senkungen der direkten Kosten
für diesen Verkehrsweg. Die Senkung der direkten Kosten bedeutet
de facto eine Erhöhung der indirekten Kosten für die Gemeinschaft
(Unfälle, Umweltbelastungen, Gesundheitsrisiken...)
Die Gewerkschaften im
IGR Saar-Lor-Lux-Trier/Westpfalz widersetzen sich im übrigen
mit allem Nachdruck den europäischen Richtlinien zur Liberalisierung
der Eisenbahnen in Europa.
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